Die häufigste Frage vor einem Imagefilm-Projekt: "Was kostet das überhaupt?" — Und die häufigste Antwort von Agenturen: "Kommt darauf an." Nicht sehr hilfreich. Darum in diesem Artikel: konkrete Zahlen, drei klare Budgetstufen und die Faktoren, die den Preis wirklich bestimmen.
Wir produzieren bei Robin Films seit Jahren Imagefilme für Schweizer Unternehmen — vom KMU in der Zentralschweiz bis zur internationalen Marke in Zürich. Die folgenden Zahlen basieren auf echten Projekten aus 2025 und aktuellen Marktpreisen für 2026.
Die drei Budgetstufen im Überblick
Basic
- 1 Drehtag
- 60–90 Sekunden
- 1 Drehort
- 2-Personen-Crew
- Standard-Schnitt
- Musik aus Library
Signature
- 1–2 Drehtage
- 90–180 Sekunden
- Mehrere Drehorte
- 3–4-Personen-Crew
- Cinematic Color Grading
- Drohnenaufnahmen
- Custom Sound Design
Cinema
- 3+ Drehtage
- Konzeptphase mit Kreativ-Team
- Cast & Schauspieler
- 6+ Crew (Regie, DOP, Ton, Licht)
- Motion Graphics
- Original-Komposition
- Multi-Cut-Versionen
Für rund 80 % der Schweizer KMU passt der Signature-Bereich zwischen CHF 8'000 und 15'000 am besten — das ist der Bereich, in dem cineastische Qualität entsteht, ohne dass das Budget in die Agentur-Overhead-Welt abdriftet.
Was bestimmt den Preis konkret?
1. Anzahl Drehtage
Der grösste Kostenhebel. Ein Drehtag mit einer 3-Personen-Crew kostet in der Schweiz je nach Setup CHF 2'500–4'500 — inklusive Kamera, Ton, Licht. Wenn das Konzept sauber ist, schafft man in einem Tag erstaunlich viel. Wer zwei Tage plant, verdoppelt nicht zwingend das Budget — Auf- und Abbau, Transfer und Setup-Zeit werden effizienter.
2. Crew-Grösse
Die klassische Agentur-Crew hat 6–8 Köpfe: Regie, DOP, 1st AC, Tonmeister, Gaffer, Best Boy, Produktion, Kreativ-Direktor. Für einen Imagefilm in der Schweizer KMU-Realität reicht oft eine kompakte 2–4-Personen-Crew. Das spart nicht nur Gagen, sondern auch Zeit — weniger Koordination, schnellere Entscheidungen.
3. Cast und Statisten
Echte Mitarbeitende statt Schauspieler senken die Kosten und erhöhen meist die Glaubwürdigkeit. Ein Tagessatz für einen gebuchten Sprecher/Schauspieler in der Schweiz liegt bei CHF 800–2'500, Casting-Sessions plus CHF 500–1'500 zusätzlich. Wer kann, dreht mit echten Menschen aus dem Betrieb.
4. Drohne und Spezialtechnik
Eine Drohnenaufnahme-Session kostet CHF 800–1'500 (Pilot + Flugbewilligung inbegriffen). Slider, Gimbal, Probe Lens — je nach Komplexität CHF 300–1'200 extra pro Tag. Nur einsetzen, wenn's der Story wirklich hilft — teuer werden diese Dinge, wenn sie nur des Effekts wegen drin sind.
5. Postproduktion
Oft unterschätzt. Ein sauberer Schnitt inklusive Color Grading und Sound Design für einen 90-Sekunden-Film braucht 3–5 Arbeitstage. Bei Tagessätzen von CHF 800–1'200 landet man schnell bei CHF 3'000–5'500 nur für die Post. Motion Graphics, Animationen oder VFX können das Budget nochmal um 30–80 % erhöhen.
6. Musik und Rechte
Library-Musik (Epidemic Sound, Artlist) kostet CHF 200–500 pro Jahr und deckt die meisten Projekte. Custom-Komposition mit einem Schweizer Komponisten: CHF 1'500–5'000. Major-Label-Track (Billie Eilish & Co.): fünf- bis sechsstellig und für KMU selten realistisch.
Wie sich ein CHF-12'000-Imagefilm real aufschlüsselt
Ein typisches Signature-Paket für eine Zentralschweizer Firma mit eigener Produktion:
- Konzeption & Drehbuch: CHF 1'500
- Drehtag (Crew à 3): CHF 3'800
- Drohne Half-Day: CHF 900
- Schnitt: CHF 2'400 (3 Tage)
- Color Grading: CHF 1'200
- Sound Design + Mix: CHF 900
- Musik-Lizenz: CHF 300
- Projekt-Management & Feedback-Runden: CHF 1'000
Ergebnis: ein 2-minütiger Imagefilm in Cinema-Qualität, 4K, mit Drohne, der 5–7 Jahre als Marketing-Asset funktioniert.
Faustregel: Ein guter Imagefilm kostet etwa so viel wie zwei bis drei Monate Google-Ads-Budget eines mittleren Schweizer KMU — hält aber Jahre.
Die teuren Fallen
1. "Gratis-Konzept" in der Angebotsphase. Produktionen, die ohne bezahlten Konzeptschritt starten, schreiben das später in Feedback-Runden rein. Besser: ein sauberes Briefing und einen klaren, bezahlten Konzeptblock.
2. Endlos-Feedback-Runden. Jede Korrektur nach der dritten Runde kostet real Tagessätze. Seriöse Angebote definieren 2–3 Feedback-Loops und danach Zusatzkosten.
3. Keine Nutzungsrechte-Klärung. Schweizer Urheberrecht: ohne explizite Übertragung bleiben Rechte beim Produzenten. Wer TV-Ausspielung oder internationale Werberechte braucht, zahlt oft 30–100 % Aufschlag — das sollte im Vertrag stehen, bevor gedreht wird.
4. "Wir machen's noch schnell selber." Ein iPhone-Film wirkt 2026 nicht mehr billig-authentisch sondern unprofessionell. Lieber kleineres Budget in Profi-Produktion als grösseres Budget in Inhouse-Experiment.
Was kostet ein Imagefilm in Zürich, Bern, Basel oder Luzern?
Der Standort macht für die Kosten selbst wenig Unterschied — Schweizer Tagessätze sind landesweit ähnlich. Was Unterschiede erzeugt: Anfahrtswege, Unterkunft bei mehrtägigen Drehs, lokale Verfügbarkeit bestimmter Drehorte. Wer in Zürich, Bern oder Basel dreht und eine Crew aus der Zentralschweiz bucht, rechnet mit CHF 400–800 Reisekosten pro Drehtag. In Luzern sparen wir das — wir sitzen dort.
Häufige Fragen zu Imagefilm-Kosten
Was ist der Mindestbetrag für einen seriösen Imagefilm?
CHF 4'500. Darunter lässt sich kein Produktionsteam halten, das Schweizer Qualitätsstandards liefert. Alles darunter ist entweder Freundschaftspreis oder Qualitätskompromiss.
Wie lange dauert eine Imagefilm-Produktion?
Von Briefing bis finaler Datei: 3–6 Wochen für Standard-Projekte, 8–12 Wochen mit Konzeptphase und Casting.
Ist AI-Video eine günstige Alternative?
Für bestimmte Szenen: ja. Reine AI-Creative-Produktionen liegen bei CHF 2'500–8'000 und eignen sich für Social-Content, Konzept-Visualisierung oder abstrakte Markenwelten. Für Menschen, Produkte und Authentizität ist Realfilm weiterhin der Standard.
Kann ich den Film mehrfach nutzen?
Ja, wenn die Rechte sauber übertragen sind. Web, Social, Messe, Intern — alles im Standard-Paket. TV oder internationale Werbung oft als Add-on.
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